Zypern, geteilt

Juli 2003. In Zypern fällt die „Mauer“; die Grenze zwischen Zypern und dem türkisch besetzten Nord-Zypern wird nach 30 Jahren wieder geöffnet. Zülfü Livaneli, der bedeutendste türkische Komponist und Liedermacher, und Maria Farantouri aus Griechenland geben an der „grünen Linie" ein Benefiz-Konzert, mit dem dieser historische Moment gefeiert werden soll. Gert bekommt eine Einladung, das Bühnen- und Lichtdesign zu machen. Wir fliegen sofort nach Zypern, und Gert arbeitet Tag und Nacht. Die Techniker vor Ort sind zunächst überfordert mit dem Know-how und dem künstlerischen Anspruch, den es für Gert durchzusetzen gilt. Stundenlang erklärt er ihnen wieder und wieder geduldig, worauf es ankommt. Die Leute sind bald euphorisiert. Das Konzert wird zu einem unglaublichen Erlebnis. Der Atem der Verse von Nazim Hikmet weht über den Platz: „Und kein Schnee mehr, kein Wind, doch schneit es in der Nacht.“ Griechen und Türken vereint.

© Asteris Koutoulas

 

Die heimliche Hymne Zyperns ist das Lied Goldgrünes Blatt von Mikis Theodorakis nach einem Text von Leonidas Malenis:


Leonidas Malenis
Goldgrünes Blatt

Erde des Zitronenbaums, des Ölbaums, Erde der Freude, Umarmung,
Erde der Fichte, der Zypresse, der jungen Helden und der Liebe,
goldgrünes Blatt, geworfen ins Meer.

Erde der toten Weide, der verbitterten Muttergottes Erde,
Erde des Weihrauchs des Verlusts, des nicht gerechten, des wilden Wetters, der Vulkane,
goldgrünes Blatt, geworfen ins Meer.

Erde der Mädchen, die lachen, Erde der Jungen, die feiern,
Erde des Salböls der Anbetung, Zypern der Liebe und des Traums,
goldgrünes Blatt, geworfen ins Meer.

© Deutsche Übertragung von Asteris & Ina Kutulas

 

 

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